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Wie es zur Powergarage und dem Jugendprojekt kam

Hartmut Fröhlich schildert den langen Weg in kurzen Worten.

Hartmut Fröhlich

Im Jahr 1987 bekam ich aufgrund meiner Biographie und meiner sportlichen Erfahrungen die Möglichkeit für 6 Wochen Jugendliche eines Jugendclubs zu tranieren.

Ohne die geringste Ahnung davon zu haben, wie ich die Sache meistern sollte, ging ich damals die Aufgabe an. Die meisten der Jungs und Mädchen kamen aus schwierigen Familienverhältnissen, waren polizeibekannt und manche hatten auch schon Erfahrungen mit Alkohol und Drogen. Vieleicht war das der Grund, dass es mir schnell gelang das Vertrauen der Jugendlichen zu gewinnen und auch sonst einen guten Draht zu ihnen aufzubauen. Als Betroffener redet man eben anders als ein geschulter Sozialarbeiter.

So erhielt ich in vertrauensvollen Gesprächen einen tiefen Einblick in ihr Leben und zu ihren Problemen. Wir hatten viel Spass beim Sport und führten auch ernste Gespräche. Nach 6 Wochen verließ ich zwar den Jugendclub, aber der Kontakt zu den meisten Jugendlichen blieb bestehen und zwar über Jahre hinweg.

1990 richtete ich mir zu Hause einen Fitnessraum ein und von Anfang an waren immer ein oder zwei Jugendliche aus der Stadt da - zum Tranieren oder einfach nur um zu reden.

Über einen dieser Jugendlichen bekam ich Kontakt zu einem Lehrer und so kam es, dass ich das erste Mal vor einer Schulklasse zum Thema Alkohol und Gewalt sprach. Auch dort konnte ich schnell einen guten Draht zu den Jugendlichen aufbauen.

1993 kam auch der ein oder andere Jugendliche aus Odenhausen mal zum Training vorbei und blieb wieder weg. So vergingen die Jahre und ich hatte immer wieder das ein oder andere Problemkid aus der Stadt bei mir und war hin und wieder mal an Schulen.

Meine Jugendarbeit blieb den meisten Mitbürgern verborgen und ich ging meinen Weg weiter.

2002 absolvierte ich die Ausbildung zur freiwilligen Mitarbeit in der Suchtkrankenhilfe.

Bei den Jugendlichen mit denen ich es damals zu tun hatte waren Komasaufen und Drogen längst keine Fremdworte mehr. Rückblickend ist es schön zu sehen, dass die meisten ihren Weg ins Leben gefunden haben, ohne dabei diejenigen zu vergessen, die es nicht geschafft haben.

Wieder vergingen die Jahre und 2009, nach überstandener Krankheit, musste ich mein Leben ruhiger angehen und suchte eine neue Aufgabe.
Gökhan und Christian Eines Tages fielen mir zwei Jungs in Odenhausen auf und ich suchte das Gespräch mit ihnen. Mit "Langeweile, was soll man in Odenhausen schon machen" brachten Sie es auf den Punkt und ich bot den beiden an in meinem Keller zu trainieren, ohne dabei zu ahnen, welchen Stein ich da gerade ins Rollen brachte.

Knapp eine Stunde später waren sie da, "nur um mal zu gucken" und kamen immer wieder und brachten Freunde mit. Als 2010 der Keller aus allen Nähten zu platzen drohte, bot ich den weit über zehn Jugendlichen an, meine Garage zu räumen.

Logo in der Garage

An einem Samstag ging es los und die Traningsgeräte wanderten in die Garage. Einige Wochen später malten die Jugendlichen das Logo mit den Schriftzug an die Wand und die Powergarage war geboren.

Die Teinehmerzahl wächst stetig und längst kommen die Jugendlichen nicht mehr nur aus Odenhausen. Die von mir aufgestellten Regeln Kein Alkohol, Keine Drogen, Keine Gewalt werden akzeptiert und so entwickeln wir uns weiter.

Als wir 2013 bei ca. 35 Jugendlichen angekommen waren und mir so langsam die Kosten zu schaffen machten, gründeten wir den gemeinnützigen Verein "Jugendprojekt Powergarage Odenhausen/Lda e.V".
Angesichts leerer Staatskassen werden in den Städten immer mehr Jugendeinrichtungen die Gelder gekürzt und wir sind stolz darauf in unserem kleinen Dorf mit viel Einsatz und freiwilligen Spenden die Powergarage geschaffen zu haben.
...und ich mache da weiter, was 1987 klein begonnen hat: Traniere mit Jugendlichen, habe Spaß, führe manchmal ernste Gespräche und gehe weiter zu Schülern in die Schule oder zu Konfirmanten.


Anschrift

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c/o Hartmut Fröhlich
Brunnenstr. 17
35466 Rabenau
Tel.: 06407 6489

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